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31. Ferrara Marathon – 08.03.2009

März 9, 2009 · 5 Kommentare

Es ist soweit, 42,2 km stehen wieder im Programm. Die Wochenendtour geht Samstagfrueh los mit grossem Bus, bis zum letzten Platz gefuellt mit 60 Laufenthusiasten. Rueckkehr wird sein am Sonntag spaet gegen 23 Uhr. Der Marathon startet schoen frueh um 9:30 Uhr zusammen mit den 30k- und 12,3k-Laeufern. Unser Hotel liegt – es ist das gleiche wie im letzten Jahr – in der Stadtmitte, also in der direkten Umgebung des Start- und Zielbereiches. Das Wetter – so die Prognosen – soll trocken, sonnig, leicht boeig-windig und warm (bis 18°C) werden. So, das sind die einen Rahmenbedingungen, auf die ich keinen Einfluss habe. Auf die andere Rahmenbedingung habe ich umso mehr Einfluss gehabt, die Vorbereitung – mein Training.

vgl

Und die war nur sub-optimal, denn im Januar konnte ich ueber fast 4 Wochen nicht vernuenftig/regelmaeßig/sinnvoll trainieren auf Grund einer hartnaeckigen Erkaeltung; zusaetzlich, und das sehe ich als ein entscheidendes Manko, muss ich mehr an meiner Gewichtsentwicklung arbeiten. Leider gab es in dieser Vorbereitung keine! Ich meine, es gab keine Gewichtsentwicklung nach unten in den letzten Monaten. Es lag staendig bei 87-89kg. Ich glaube, mein Gewicht ist die groesste Herausforderung meines Trainings, die ich mal wieder nicht zielgerichtet bewaeltigt habe. Is ja nich schlimm, is eben nur schade.

Die Strecke:
ferrara_track1

Die vier:
dievier

Gut, nun ein kleiner Zeitsprung zum Start. Da steh ich nun, noch 3 Minuten. Nochmal strecken, huepfen, motivieren, pruefen, ob alles da ist (wenn nicht, waer’s nun eh zu spaet). Uhr funktioniert? Mal umschauen, ob ein bekanntes Gesicht in der Naehe ist? Noch 2 Minuten. Wo ist Ivan Trs? (Im Vorfeld wurden wir beide immer wieder in einen Wettkampf-Topf gesteckt: wer ist der Bessere? – Ich denke, das ist Ivan. Er ist im letzten Jahr hier 2:49 gelaufen und das sind 7min besser als meine bisherige Bestzeit, also eine Klasse besser) Ich kann’ ihn nicht entdecken. Er wird auf 4:00min/km unterwegs sein. Ich peile anfangs eine km-Zeit von 4:08min an. Er wird also relativ schnell aus meinem Sichtfeld nach vorne verschwinden. Noch eine Minute. Tief und ruhig durchatmen….

start_ferrara_450

Peng… es geht los. Alles in allem starten hier in den drei Distanzen etwa 1100 Laeufer. Da es hier keine Startboxen fuer verschiedene Zielzeiten gibt, rechne ich damit, dass es auf dem ersten Kilometer ein interessanter Zickzack-Lauf sein wird. Ja, so ist es auch am Anfang. Die Strasse wird nach 200m allerdings sehr breit, so dass das weniger ein Problem ist. Ich finde schnell mein angenehmes Tempo und ich bin schon gespannt, wie schnell das ist. Das erste Kilometerzeichen entdecke ich nicht am Strassenrand. Es ist noch zu voll und ich weiss gar nicht, wie die hier auf der Strecke ueberhaut aussehen. Also dann… da vorne… das 2te Kilometer-Schild: Ich stoppe 8:10 – hey, ganz schoen schnell. Ich verzoegere ganz leicht. Der dritte Kilometer geht mit 4:08 weg, der vierte mit 4:07, der fuenfte mit 3:56: He?? Da steht wohl das Kilometerschild nicht richtig. Tatsaechlich, Kilometer 6 liegt bei 4:18. Damit scheint der Entfernungsfehler wohl wieder korrigiert. Und ich laufe schoen gleichmaeßig.

Ich fuehle mich sehr gut. Ivan sehe ich noch immer vor mir. Naja, ich bin etwas schneller als geplant unterwegs und er vielleicht 1-2 Sekunden langsamer – noch(?).

Die naechsten Kilometer absolviere ich mit 4:02 – 4:05 – 4:05 – 4:05 – 4:02; 11 km sind nun schon vorbei. Inzwischen hat sich ein Laeufer hinter mich geklemmt, der von seiner Frau – vermute ich – per Fahrrad begleitet wird. Wir bleiben, um das mal vorweg zu nehmen, bis etwa km 27 zusammen. Mal laeuft er vorne, mal laufe ich vorne – meistens laufe ich vorne, ist mir irgendwie lieber.

4:03 – 4:03 – 4:14 – 4:08; 15 km erreicht in 1:01:29. Mein 4:08er-Zeitplan – inkl 12:45 fuer die ersten 3km – sieht hier eine Durchgangszeit von 1:02:21 vor. Ich fuehl mich noch immer sehr gut und entscheide mich fuer: Tempo beibehalten. Risiko? Ja, vielleicht. Geh’ ich heute ein. Bedingungen sind prima.

4:10 – 4:06 – 4:14 – 4:08 – 4:10; 20km erreicht bei 1:22:16. Zeit fuer ein Gel. Inzwischen laufen wir auf einem 6km langen, geraden Fahrradweg entlang eines Kanals, nur kleine Schlenker gibts hier, es geht in ganz leichten Wellen auf und ab.

4:10 – 4:10 – da vorne seh ich ein Auto mit Zeitanzeige drauf. Was macht das denn hier? Hmm, kann ja nur bedeuten, dass die fuehrende Frau da vorne unterwegs ist. Tatsaechlich, ich komme schnell naeher. „Die ist ziemlich langsam“, denke ich. Ich ueberhole und laufe fuer einen Kilometer hinter dem Anzeige-Auto hinterher. „Die wird sicher nicht erste bleiben.“ – 4:11 – 4:12 – 4:09; 25km erreicht bei 1:43:08. Zeit fuer ein Gel.

Hmm, werde irgendwie langsamer. Ich pruefe meinen Puls, der liegt bei durchschnittlich 162. Das ist aber niedrig, denke ich – in Berlin hatte ich einen Puls von 168. Wie auch immer, eigentlich alles im gruenen Bereich – Beine gut – Puls gut – Kopf gut – trotzdem, es laeuft nicht gaaaanz rund.

4:12 – 4:08 – Was ist nun? Mein oesterreichischer Mitlaeufer (so hat sich’s mittlerweile rausgestellt) ist nicht mehr da? Keine Ahnung, was los ist? Einfach wech… – 4:12 – 4:13 – 4:10; 30 km erreicht bei 2:04:03. Zeit fuer ein Gel. Bin schon wieder wenige Sekuendchen langsamer geworden.

4:10 – 4:12 – oh, da vorne laeuft Ivan. Hat wohl Probleme heute, vielleicht nicht sein Tag. Ich komme schnell naeher. Ich ueberlege kurz, ob ich eine Weile hinter ihm bleiben soll. Ne, das macht keinen Sinn, der Geschwindigkeitsunterschied ist zu gross. Ich spuere ein klitzekleines nervoeses Kribbeln im Bauch. Kommt es vielleicht doch zu dem Wettkampf zwischen uns, ueber den soviel im Vorfeld gemunkelt und getuschelt wurde? Hat mich wohl doch etwas beeinflusst. Bei km 33 ueberhole ich ihn, wir klapsen uns ab und motivieren uns gegenseitig – 4:12 – 4:12 – 4:11; 35 km erreicht. Wieder Zeit fur ein Gel – das letzte Gel heute. Leider wieder 2-3 Sekunden langsamer geworden, werde also konstant langsamer. Und ich dreh’ mich natuerlich nicht um, um zu schauen wo Ivan ist und bleibt. Mein 4:08er-Plan sieht hier nun uebrigens 2:25:01 vor. Meine tatsaechliche Zeit liegt bei 2:25:00. Da hat mich mein Plan wohl gerade eingeholt :-( Ich ahne schon worauf das hinauslaeuft…

Die Sonne – das hatte ich dieses Jahr noch gar nicht – brennt mir auf den Nacken. Es ist warm, zu warm. 3 Monate bei -5 bis 10°C trainiert und jetzt das hier. Ich nehme jede Abkuehlung wahr, giesse mir Wasser ueber die Arme. Das hilft, etwas.

4:13 – 4:07 – jetzt kommt noch die laaaange Brueckenrampe – 300m lang (oder so, weiss nicht mehr genau) – 4:37 – sag ich doch, verdammte Bruecke. 200m vor mir, der naechste Laeufer. Es geht nun wieder in die Stadt, da bleibt es flach und die Haeuser spenden Schatten – 3:59 – hmm, oder standen da die Kilometer-Schilder wieder nicht ganz korrekt? – 4:26; puh, 40 Kilometer geschafft. Bin ich zu schnell angegangen? Ist es zu warm? Ich muss ganz schoen beissen und hab’ nun ne ganze Menge Zeit verloren, meine 2:54 kann ich abhaken.

Neu Bestzeit ist noch drin – wird aber knapp – alle paar Meter muss ich mich motivieren – ich kann noch 2-3 Laeufer ueberholen, etwa 15 habe ich auf der 2. Haelfte ueberholen koennen – etwa 5 haben mich ueberholt.

4:30 fuer Kilometer 41 – mannomann. Nochmal motivieren.
4:12 fuer Kilometer 42 – jetzt noch um die eine Ecke, Kopfsteinpflaster, na toll. Egal, alles egal.

zieleinlauf_ferrara2009_450

ZIEL – 2:56:01 (brutto) – 2:55:50 (netto) – neue PB! – Platz 18 von 516 – nach Netto-Zeit: Platz 17 – KLASSE.

Ergebnisliste: eventi_15727__classifica_

Mein Halbmarathon-Split: 1:26:26 – 1:29:24
Mein Durchschnittspuls: 163
Meine Boerse: 20 € (da ich unter drei Stunden geblieben bin)

diploma_ferrara2009

Antonija wird wieder Erste (wie im letzten Jahr) – mit 3:04. Ivan hat noch richtig Zeit liegen gelassen: 3:06. Unsere beiden Besten, Goran Murić und Hrvoje Kovać, werden 2. und 4. (RESPEKT!) mit 2:39. Aber auch sie konnten ihr Projekt 2:35 nicht erfolgreich beenden heute. War insgesamt ein langsames, schweres Rennen. Veronika hatte sich auch viel vorgenommen und wie der Teufel trainiert: aus 3:15 sind 3:25 geworden. Janko, heute mal ohne Schuh ueber die Ziellinie: Dicke Blase an den Fuessen, das erste Mal ueber 5 Stunden; ok, er wills auch nicht mehr krachen lassen, sondern einfach Stueck fuer Stueck seine 100 Marathons erreichen. Tomislav scheiterte bei seinem Versuch, die 3:00 zu durchbrechen – leider mal wieder – nun „nur“ 3:18.

Mal nuechtern betrachtet: Mein Minimalziel einer neuen PB habe ich erreicht. Das war’s auch schon. OK, klingt jetzt echt bloed – aber deswegen schrieb ich ja „mal nuechtern betrachtet“.
Weitere Ziele waren (und bleiben jetzt natuerlich):
- ich komme in die Top-Ten der Klub-eigenen Marathon-Rangliste (hier hat mir ‘ne halbe Minute gefehlt)
- dann steht auf meiner Polar-Uhr 2:52:xx als naechstes Ziel, das bleibt nun stehen
- mein 2:54-Programm fuer heute leicht verpasst
- bin heute nicht sehr diszipliniert gewesen, etwas zu schnell auf den ersten 25km
- andererseits habe ich mutig ein leicht hoeheres Anfangstempo gewaehlt, um zu sehen was geht und dennoch am Ende nicht besonders viel Zeit verloren. Letztendlich ein gutes Rennen.

Fazit: Ich kann das besser! ;-)

Kategorien: Marathon

real,- 35. Berlin Marathon – 28.09.2008

September 30, 2008 · 4 Kommentare


Was fuer eine Tag! Was fuer ein Wochenende! Das war der richtige Abschluss nach vielen Wochen mit vielen Kilometern. Bei idealen aeusseren Bedingungen habe ich mein Ziel, unter drei Stunden zu laufen – ich muss jetzt sagen – leicht, erreicht. Ueber die gesamte Strecke hatte ich alles unter Kontrolle: Tempo, Herzfrequenz, Trinken, Nahrung. Ich bin dabei nicht an meine Grenzen gegangen. Ergebnis: 2:56:43. Hab’ sogar in jede Fernseh-Kamera gegruesst, die ich gesehen habe. Den einen oder anderen Applaus fuer die Zuschauer oder die vielen am Rand spielenden Bands gabs auch noch dazu.

Ich bin sehr gluecklich ueber diese prima Zeit und die Tatsache, dass ich noch Luft fuer bessere Ergebnisse habe. Mein Polster sind – glaube ich – nochmal 2 bis 4 Minuten bei meiner derzeitigen Leistung. In zwei bis drei Schritten kann ich die 2:50 knacken (das ist jedenfalls meine Theorie).

Erst am Abend vor dem Start habe ich mir ueberlegt, mit welchem Tempo ich am besten laufe. Allerdings bin ich noch nicht sehr gut darin, meine eigene Leistung einzuschaetzen, so dass ich gerne die Hilfe und die Tips von Janko angenommen habe. Mein Programm sah nach einigen Minuten Diskussion und Gespraech dann so aus, ganz einfach:
- der erste Kilometer ist fast egal, denn es ist eng auf der Strecke: um 4:30 min waere prima
- Kilometer 3 bei 13 min
- Rest in 4:10 pro Kilometer.
…und er sagte noch: „Stick to the plan!“ – OK, das hab’ ich dann gemacht:

Mein 5k-Split:
0-5 km 21:21
5-10 km 20:55 (total 42:16)
10-15 km 20:51 (total 1:03:07)
15-20 km 20:47 (total 1:23:54)
20-25 km 20:57 (total 1:44:51)
25-30 km 20:44 (total 2:05:35)
30-35 km 20:58 (total 2:26:33)
35-40 km 21:06 (total 2:47:39)

oder Halbmarathon-Split:
erste Haelfte 1:28:26 – zweite Haelfte 1:28:16

Unser Klub AK Sljeme auf der Wiese vor dem Reichstag! Alle sind im Ziel angekommen und gluecklich, vier persoenliche Bestzeiten wurden erlaufen.

Das ist Finisher Medaille:

Kategorien: Marathon

23. Plitvički Maraton – 31. Mai 2008

Mai 31, 2008 · Kommentar schreiben

Kurzentschlossen habe ich diesen Marathon in meinen Trainingsplan eingebaut, denn eine lange Trainingseinheit wird eh’ mal wieder faellig und Plitvitz gehoert auf jeden Fall zu den Marathons, die ich unbedingt laufen wollte/werde. Nun kann ich das Angenehme mit dem Nuetzlichen verbinden ;-) .

Waehrend die meisten meiner Laufkollegen sich schon am Freitag Nachmittag auf den Weg machten und auf einem Campingplatz in Bungalows uebernachtet haben bin ich erst Samstag frueh um 5:45 losgefahren. Das ist sicher nicht ideal fuer einen Marathon-Tag, allerdings steht heute ja nicht Hoechstleistung sondern Spaß auf dem Programm.

Die Fahrt dauerte etwa 2 Stunden und so habe ich noch gut 1,5 Stunden Zeit fuer die „mentale“ Vorbereitung bis zum Startschuss. Meine mentale Vorbereitung ist nicht mehr oder weniger als: gemeinsam mit den anderen einen Tee zu trinken, Startunterlagen holen (diesmal haben das Janko und Veronika schon am Vortag gemacht), noch etwas quatschen, umziehen, relaxen, aufwaermen!

Drei Strecken werden heute angeboten: 7km, 16km und 42,2km.

Das Profil ist auch nicht ganz ohne: bei der Marathon-Distanz sind naemlich 625 Hoehenmeter drin, wobei keine besonders steilen Stuecke dabei sind. Als Vorbereitung hatten wir in den letzten drei Wochen sehr hilfreiche Trainingseinheiten am Berg (rauf zum Sljeme natuerlich – wohin sonst) plus drei Wochenend-Laeufe mit in Summe 3000 Hoehenmeter.

Unmittelbar vor dem Start konzentriere ich mich mal wieder nicht auf das Wesentliche – naemlich den Start selbst – und vergesse, rechtzeitig meinen FR (Forerunner) 405 zu aktivieren. Die Suche nach den Satelliten dauert heute irgendwie laenger als sonst, also laufe ich heute die ersten Meter ohne Entfernungs- und Geschwindigkeitsmessung. Aus den Metern werde schliesslich 1,32km, bis mein neues Gadget empfangsbereit ist. Danach laeuft alles wunderbar, trotz Streckenfuehrung durch dichten Wald wird die gesamte Strecke (bis eben auf die ersten 1,32km) aufgezeichnet.

Die ersten 6,5km gehts bergab, ich laufe bei etwa 4:30min/km. Gaaaanz grob uebernehme ich mal die Idee von Deki, der im Schnitt 5min/km laufen will; das enspricht einer Endzeit von etwa 3:30 (das waere eine ganz passable Zeit fuer Plitvitz). AUf diesem Streckenabschitt sehe ich die ganze Zeit Pinky und Antonija vor mir, in einer Entfernung von etwa 50-100m.

Nach den 6,5 km geht’s nun erstmal bergan, so etwa fur 3 km. Schon am Anfang der Steigung ueberholt mich Deki, der hier – wie ich finde – ein zu hohes Tempo geht. Ich bin ganz locker und lass ihn ziehen. Etwas vor mir laeuft noch immer Pinky und so nach und nach verkuerze ich die Distanz zu ihm, waehrend Antonija an dieser Steigung etwas schneller ist. Das folgende flache Stueck laufen Pinky und ich gemeinsam.

Kurz vor km 14 zweigt nun die mittlere 16km-Runde inkl. Pinky ab, nun sind die Marathonis unter sich auf der grossen Runde. Ich fuehle mich grossartig, nehme an jeder Verpflegungsstelle eine Flasche Wasser und auch einmal ein Stueck Orange (das haette ich aber besser nicht gemacht, das gibt gleich Gegrummel im Bauch) und spaeter Banane.

Die naechste Steigung kommt, wieder etwa 3 km lang. Da, dort vorne laufen Deki und Antonija. Nach und nach komme ich ran, ohne mich besonders anzustrengen. Als ich zu Antonija aufschliesse, ist Deki allerdings schon weitergezogen und schon wieder denke ich, dass er am Berg zu schnell ist. Oder hat er einfach nur „Angst“, dass ich heute vielleicht besser bin als er? Jedenfalls hat er schon vor dem Start prophezeit, dass ich heute schlagen werde. Das haette er vielleicht besser nicht gesagt. Gemeinsam mit Antonija laufe ich bergan und sie erzaehlt mir etwas ueber den weiteren Streckenverlauf. Oben angekommen beschleunigt Antonija sofort, waehrend ich noch ein paar Meter mein Bergantempo beibehalte – zur Erholung. Erholung ist schnell passiert und ich beschleunige ebenfalls – es geht nun naemlich fuer ein paar Kilometer leicht bergab und danach flach bis Kilometer 27. Sehr angenehm. Ich ueberhole also Antonija und laufe mein Wohlfuehl-Tempo.

Kurze Zeit spaeter sehe ich Deki wieder vor mir in einer 3er Gruppe. MIt meinem aktuellen Tempo von etwa 4:10min/km schliesse ich schnell auf die Gruppe auf und wir laufen die naechsten 3-4 km zusammen. Dann folgt ein eigentlich langweiliges Stueck (so wurde mir das zumindest verkauft): es geht 3km eine leicht ansteigende Strasse rauf und das gleiche Stueck wieder zurueck. Langweilig? Finde ich gar nicht. Denn hier ist mal etwas mehr los auf der Strecke. Insgesamt uebrigens bisher eine tolle Strecke.

Deki bleibt auf dem ansteigenden Stueck etwas hinter mir zurueck, aber nur ein paar Meter und ich rechne fest damit, dass wir – wenn’s wieder bergab geht – noch ein paar Kilomter zusammen laufen, bevor er dann am Ende wegzieht oder wir vielleicht gleichtzeit ins Ziel einlaufen – bis dahin ist es allerdings noch ein Stueck. Kurz vor dem Wendepunkt, vielleicht 500m, kommt mir Željko entgegen (vor dem Start hatten wir uns leider gar nicht gesehen und ich konnte ihm nicht alles Gute wuenschen).

Am Wendepunkt ist Deki vielleicht 20m hinter mir, er wird sicher gleich aufschliessen; warten tu ich allerdings nicht, sondern beschleunige etwas bis zu meinem Bergab-Wohlfuehl-Tempo, das liegt im Moment bei 4:30min/km. Deki will wohl nicht – oder kann nicht? – oder noch nicht? Ich dreh’ mich jedenfalls nicht um…

Nun kommen viele bekannte Gesichter vorbei, die muessen alle noch zum Wendepunkt: Antonija, Robi, Veronika, Zlatko, Velimir, Vanja, Ante….

Die Wendepunktstrecke ist nun bei Kilometer 33,5 zu Ende, es sind noch knapp 8km bis zum Ziel – ich bin ueberrascht, dass das bis hier hin so schnell und einfach war. Ich nehme nun meinen zweiten Beutel mit Powergel, den ersten hatte ich bei km 23. Zwei oder drei kleine Stueckchen Banane hatte ich auch schon. Mir geht’s prima.

Der folgende Streckenabschnitt verlaeuft nun direkt an den Plitvitzer Seen, leicht bergab, guter Strassenbelag (das war nicht die ganze Zeit so, es gab hier einige Kilometer, da musste ich mich eher auf einen sicheren Tritt als auf die schoene Landschaft drumherum konzentrieren). Das Wasser in den Seen ist glasklar, die Sonne scheint, die Froesche quaken…. (die Plitvitzer Seen: hinfahren und angucken!).

Željko taucht nun wieder vor mir auf, ich komme etwas naeher ran. Irgendwie, ich kann es heute nicht lassen, muss ich nochmal etwas nachzulegen, um naeher ranzukommen. Bei km 41 ist Željko schon greifbar, vielleicht noch 70 Meter… 60… 50… ich ueberlege… eigentlich will ich ihn doch gar nicht ueberholen, er hat sich seit ein paar Wochen auf genau diesen Lauf vorbereitet und ich habe heute einfach eine guten Tag. Nee, ich ueberhole nicht. Es sind noch 200m bis zum Ziel - der letzte Kilometer war schon ziemlich anstrengend – noch 150 – Željkos Frau begleitet ihn im Laufschritt – noch 100… 50… geschafft

3:21:06

9 Sekunden nach Željko und… und Deki? Wo ist eigentlich Deki? Željko und ich umarmen uns - das ankommen nach 42km ist doch immer wieder klasse (immer wieder? naja, ist erst das dritte Mal fuer mich – es kommen aber noch mehr Marathons – auf jeden Fall).

Zurueck zu Deki: da ist er, kommt dirket nach mir ins Ziel. Seine Zeit: 3:22:37. Ich glaube, er aergert sich etwas (zumal seine Bestzeit von Ferrara bei 2:57:xy liegt, etwa 5min schneller als ich).

Dieser Marathon war wirklic klasse fuer mich, ich hatte (bis auf die letzten 1,5km) duchgehend Spass und auf der Strecke immer wieder jemanden, an den ich mich „ransaugen“ konnte. Erst war es Pinky, dann Antonija, dann Deki, dann Željko.  Und auf den letzten Kilometern konnte ich noch ein paar Laeufer ueberholen, die sonst vor mir lagen:  z.B. Danijel Katalenić (Muskelprobleme), von den anderen kenne ich die Namen nicht.

Auch hat der AK Sljeme wieder eine Spitzen-Team-Leistung erbracht und ich habe als viertschnellster Laeufer des Klubs zum Team-Ergebnis beigetragen. Uebrigens, die neue Klubregel lautet: wer beim Marathon zur „ersten“ Mannschaft gehoert, d.h. die ersten vier bei den Maennern und die ersten drei bei den Frauen, bekommt vom Klub das Startgeld erstattet. Das war also mein erster Geldgewinn ;-) !

Ergebnisliste: pltvice2008_42

Statistik
Distanz: 42,195 km
Hoehenmeter Aufstieg: 625 m
Dauer: 3:21:06
avrgHF: ?
Platz: 43/178
bei den Maennern: 38/159
bei M40: 5/23

 

Kategorien: Marathon

8. RheinEnergieMarathon Bonn – 20.04.2008

April 21, 2008 · 5 Kommentare

Mein Ergebnis zuerst: (denn ich bin maechtig stolz drauf! :-) ))
Zeit (netto): 3:02:58 (neue PB!)
Platzierung: 69. Platz bei den Männern mit 1469 Finisher (ges. 74./1763)
in meiner AK (M40): 20. von 377
und beim Team Telekom: 5. Platz von 54 Finisher

Ganz interessant auch:
Zeit nach 10k: 42:05
Zeit fuer HM = 1. Runde: 1:29:20
Zeit fuer HM = 2. Runde: 1:33:38
…da gab’s wohl einen kleinen Haenger in der zweiten Haelfte, naja, hab’ ja auch einen Schuh verloren (spaeter mehr dazu).

 

Die Medaille:

 

Die Urkunde:
Urkunde

Der Zieleinlauf:
(Ich bin der mit der schwarzen Kappe!)

 

Die Schuh-Story:
Bis Kilometer 34 konnte ich ganz gut in der Gruppe mit dem Pacemaker fuer 3:00:00 dran bleiben. Leider hat mir dann jemand von hinten auf den Schuh getreten, den hab’ ich dann verloren und musste anhalten, paar Meter zuruecklaufen und ihn wieder anziehen. Zeitverlust etwa 20 Sekunden. Das geht vielleicht noch… ich musste nun jedoch etwa 2 km alleine gegen den Wind laufen. Auch hab’ ich mich doch etwas geaergert und konnte leider nicht mehr auf die Gruppe aufschliessen und verlor mehr und mehr Zeit – es war verdammt hart. Am Ende waren’s dann etwa 3min Verlust auf den letzten 8 km. Schade…. OK, shit happens und weiter geht’s…

Uebrigens: Ganz passend auch die Ueberschrift eines Artikels im Telekom-Intranet: „Jubel, Traenen und ein verlorener Schuh“ (dazu muss ich erwaehnen, dass ich bei der Telekom – zur Zeit bei der kroatischen Tochter Hrvatski Telekom – arbeite und auch im Team der Deutschen Telekom mitgelaufen bin). 

 

Der Artikel im Intranet der Telekom:

Danke:
Danke an meine Freunde des VFJI mit Anhang (Katharina und Maike), Stefan und Gabi, Uli, Matthias und Angela, Anita und Nora (Familie von Ralf, der hier seinen ersten Marathon in 3:19:23 gelaufen ist, SUPER!): alle haben mich kraeftig unterstuetzt an verschiedenen Stellen der Strecke. Prima fand ich auch Arne, der vom Team Deutsche Telekom auf dem Fahrrad auf der Strecke unterwegs war, um uns zu motivieren und bei Bedarf mit Wasser zu versorgen: Danke an alle! Nicht zu vergessen: Mein Klub AK Sljeme mit unserem Präsidenten und Trainer JANKO und meinen Kollegen Veronika, Teja, Ana, Petra, Pinky, Božo, Dean, Željko, Zlatko, Saša, Robert usw. mit denen ich zusammen den gemeinsamen Teil des Wintertrainings absolvierte.

 

Details:
Meine Vorbereitung dauert seit 1.12.2007 und heute soll und wird es endlich soweit sein: mein erster Marathon „auf Ergebnis“ (jetzt muss ich immer „auf Ergebnis“ dazusagen, wenn ich betonen moechte, dass ich bei meinem ersten schnellstmoeglichen Marathon knapp an der 3-Stunden-Marke vorbeigeschrabbelt bin – denn mein erster „Trainings“-Marathon war ja eigentlich schon vor sechs Wochen in Ferrara)!

Zwei Tage Urlaub habe ich mir genommen fuer dieses Event, denn ich reise ja von Zagreb aus an und die guenstige Germanwings-Verbindung (insofern zum richtigen Zeitpunkt gebucht) fliegt Freitags und Montags zwischen Zagreb und Koeln/Bonn. Das war genau richtig fuer mich, dann habe ich vor dem Lauf noch einen ganzen Samstag in Bonn, um schon Marathon- und Wettkampfluft zu schnuppern, meine Startunterlagen abzuholen und mir noch 2 kurze Tights auf der Marathon-Messe zu kaufen (in Zagreb war ich damit bisher leider nicht erfolgreich).

Freitag Abend ging ich auf die Pasta Party der Deutschen Telekom in der T-Mobile-Zentrale, Uli war auch mit dabei (bei ihm uebernachte ich in Vinxel). Es waren etwa 65 Laeufer dort. Die Stimmung war prima, Pasta und Salat sehr lecker (vielleicht ein wenig teuer: 14,50€) und Arne hat noch einige Tips zum Lauf gegeben. Dann hab’ ich noch Ralf und seine Familie kennengelernt: er wird seinen ersten Marathon laufen (wobei er tatsaechlich noch am Zweifeln war, ob er vielleicht doch lieber den Halbmarathon laufen sollte - das hab’ ich ihm schoen ausgeredet… ;-) ). Spaeter am Abend sind Uli und ich noch zur Bar/Lounge/Restaurant/Biergarten Rohmuehle in der Naehe vom ehemaligen Wasserturm in Oberkassel gefahren und haben uns dort noch ein kleines Bierchen genehmigt. Um 22:30 lag ich im Bett.

Samstag, 9 Uhr: leckeres Fruestueck mit frischen Broetchen, Ruehrei, Kaese, Honig, gekochter Schinken, Tee. Danach ein Spaziergang in Richtung Rhein, das war schoooeen entspannend – allerdings, und das merkte ich dann am naechsten Tag, bin ich lange Spaziergaenge ueberhaupt nicht mehr gewohnt und hab’ mir prompt einen kleinen Muskelkater am vorderen Schienbein eingefangen – DAS GIBTS DOCH GAR NICHT!!!

Um die Mittagszeit hat Uli mich dann nach Bonn gefahren, die naechste Nacht bin ich bei Angela und Matthias, die beiden wohnen 5 Minuten Fussweg entfernt vom Start-/Zielbereich. Ideal fuer morgen frueh. Nun wirds aber auch Zeit, meine Startunterlagen abzuholen und weitere Dinge zu besorgen. Wie immer, wenn ich in Deutschland bin, nutze ich die Gelegenheit, Artikel einzukaufen, die in Zagreb nicht oder nur sehr selten zu haben sind. Mein Pflichtprogramm habe ich schnell absolviert und geniesse noch den Gang ueber die Marathonmesse.

Nachmittags treffe ich mich mit Thorsten und Maike (Maike treffe ich heute zum ersten Mal: sehr nette Freundin, die der Thorsten nun hat!), und wir fahren gemeinsam zu Baustelle voim Thomas (letzte Woche war Richtfest). Detailliert werden wir euber die einzelnen Raeume informiert, so dass ich mir ein gutes Bild ueber das zukuenftige Haus machen kann. Allerdings sind jetzt noch keine Fenster drin, es ist kalt und nass, es dauert nicht lang und meine Beine werden kalt. Ich draengel die Anderen etwas, damit wir moeglichst schnell ins Warme kommen. Schliesslich verabreden wir uns, diesmal in etwas anderer Konstellation, wieder in der Rohmuehle. Dort haben wir Glueck und bekommen, obwohl wir nicht reserviert haben, nach 15 min einen Tisch. Das Essen ist sehr lecker und auch das Auge bekommt hier was geboten. Um 22.30 beenden wir die „Veranstaltung“ und fahren zurueck nach Bonn. Um 23.30 Uhr liege ich im Bett.

Sonntagmorgen. Es beginnt nun der Tag, auf den ich mich seit 1.12.2007 vorbereitet habe. Es ist 6.45 Uhr. Draussen alles grau in grau. Ich kann mir gerade nur schwer vorstellen, dass heute nachmittag strahlender Sonnenschein alle Wolken verdraengt. Um 7Uhr sitze ich mit Matthias, der den Halbmarathon laufen wird, am Fruehstueckstisch. Wie bisher immer, esse ich 2-3 Toasts mit Frischkaese und Honig. Dazu gibt’s Tee.

Um 7.45 mache ich mich auf den Weg zum Treffpunkt der Telekom-Halbmarathonis fuer deren Gruppenfotos im Zielbereich beim T-Mobile-Truck:

Danach erkunde ich den Start- und Zielbereich genauer, finde den Platz zur Abgabe meines Kleidersackes, den Eingang zu den Duschen, das Rewe-Verpflegungsdorf. Alles liegt sehr nah beieinander. Spaeter – kurz vor dem Marathon-Start - gibt’s damit kein Zeitproblem.

Puenktlich um 8.30 Uhr stehe ich am Ende der Startgeraden, um mir die ersten Meter der Halbmarathonis anzuschauen. Puenktlich kommt der Startschuss und – unglaublich – mehrere Minuten lang ziehen die Laeufer an mir vorbei, es sollen ja ungefaehr auch 7000 Starter sein. Beeindruckend.

Nun werde ich mich nochmal eine halbe Stunde hinlegen, relaxen und mental vorbereiten. Mir ist inzwischen auch etwas kalt geworden, aufwaermen ist angesagt.

9.45 gehe ich los zum Foto-Treffpunkt der Telekom-Marathonis… das Foto:

Danach gebe ich meinen Kleidersack ab und treffe im Startbereich um 10.15 auf Thorsten, der meinen Ruecksack inkl. Kamera uebernimmt, er wird/soll eine Menge Fotos schiessen. Etwas Aufwaermen ist nun angesagt, dafuer ziehe ich meine waermende Kleidung aus. Ich fuehle mich frisch, aergere mich aber dennoch ein wenig, nicht auf mein Gewicht in den letzten Wochen geachtet zu haben.

Nun ist es soweit, ich stelle mich in die Startbox, ueberpruefe nochmal meine Kleidung, meine Schuhe. Sitzt alles gut? Oh nee… mein Footpod ist weg. Hab’ ich den grad beim Ausziehen meiner langen Hose verloren? Liegt der vielleicht noch irgendwo auf meiner Aufwaermstrecke? Ich also nochmal raus aus der Startbox und alles abgesucht – und nix gefunden. Da laufen so viele Leute rum, den hat sich sicher schon jemand eingesteckt – shit! Wieder zureuck in die Startbox, es sind nur noch wenige Minuten bis zum Start. Ich schau mich nach dem 3:00:00-Pacemaker um. Wie ist der denn bloss gekennzeichnet? Beim Halbmarathon hatten die ‘ne Mutze mit Faehnchen auf. Sowas seh’ ich hier aber nicht… hmmm. Ach, da kommt er. Hat eine riesiges Schild dabei. Kaum zu uebersehen. Schliesslich legt er das Schild am Rand ab. Er traegt ansonsten ein rotes Shirt mit 3:00:00-Schriftzug auf dem Ruecken. OK. Da mein Footpod weg ist, vertraue ich mich ihm voll an. Ich werde ab und an meine Kilometerzeiten und natuerlich die gelaufenen Gesamtzeit im Auge behalten. Ansonsten Konzentration auf das Wesentliche: Ankommen in einer moeglichst guten Zeit rund um 3-Stunden!

Es geht nun endlich los, relativ zuegig  erreichen wir ein hohes Tempo. Es geht das erste Mal ueber die Kennedy-Bruecke. Das Tempo ist angenehm. Die 3-Stunden-Gruppe ist etwa 20 Mann stark. Schon nach etwas ueber drei Kilometern kommt die erste Verpflegungsstation (VS) bei der T-Mobile-Zentrale (insgesamt gibt es 12 Stationen auf der Marathon-Distanz). Jetzt gilt es, eine guenstige Position in der Gruppe zu bekommen, um einen Becker Wasser zu bekommen. Das klappt ganz gut, mit Handzeichen und sonstiges Gesten lockert sich die Gruppe auf, so dass jeder, der will, bedient werden kann. Kurz danach die erste Wende und das etwas auseinandergezogene Feld formiert sich wieder zu einen geschlossenen Gruppe und ich mittendrin.

Das Tempo scheint mir nicht sehr konstant zu sein, es gibt auch schon ein paar Bemerkungen von anderen Laeufern. Mir ist das im Moment egal, denn ich denke, dass ein Lauf in der Gruppe inkl. Tempo-Schwankungen mehr Vorteile hat (z.B. wegen des Gegenwindes spaeter, wenn wir am Rhein entlang laufen) als alleine mit konstantem Tempo durch zu laufen. Ich bleibe in der Gruppe. Hey, wer ruft da meinen Namen? Anita und Nora (Familie von Ralf) feuern mich an.

Schliesslich kommt die zweite VS und im Anschluss daran die lang gezogene Steigung wieder auf die Kennedybruecke (das zweite Mal). Nun geht’s fuer etwa 4km (km 9 bis km 13) in den leichten Gegenwind, wir laufen nun auf der linken Rheinseite flussaufwaerts in Richtung Rheinaue. Dort stehen die ersten meiner Fans, sie feuern mich an. Ich gebe Zeichen, dass alles in Ordnung ist. Ich habe das Gefuehl, dass ich in der Gruppe gut aufgehoben bin. Wir passieren die 3. und spaeter 4. VS. Das Tempo ist nun ziemlich hoch, ich messe ueber zwei Kilometer ein Tempo von etwa 4:05. Die ersten fangen an zu jammern. Die Gruppe wird schon etwas kleiner. Ich bleibe dran. Nach der 5. VS, etwa bei Kilometer 19,5 stehen wieder meine Fans. Danke fuer die Unterstuetzung! Wir kommen nun in den Stadtbereich, hier ist ziemlich viel Trubel. Nun der Abzweig in Richtung 2. Runde. Den Halbmarathon laufen wir mit 1:29:20, eine ganz gute Punktlandung.       

Das dritte mal Kennedybruecke. Von dieser Seite ist das relativ leicht zu machen. Ich komme gut mit, muss mich aber ein klein wenig mehr pushen. Alles was ich ab jetzt laufe und fuehle, ist Premiere – niemals zuvor bin ich eine sooo lange Strecke sooo schnell gelaufen. Da steht Uli, er filmt mit seiner Handykamera. Wir kommen wieder zur T-Mobile, endlich wieder Wasser. Kurz vorher nehme ich noch eins meiner Gel-Packs, die ich zur Sicherheit eingepackt habe. Das war eine prima Entscheidung, denn auf Bananen habe ich heute gar keinen Appetit. Mit Wasser spuele ich das Gel runter. Zwei Becher kann ich ergattern.

Oh mann, gut 15 Meter liegen ploetzlich zwischen mir und dem Pacemaker. Hab’ wohl nicht richtig aufgepasst und zuviel bei den Getraenken getroedelt. Naja, langsam komme ich wieder ran – das darf mir im Gegenwind nicht passieren! Die Gruppe wird kleiner und kleiner, wir sind noch 8 oder 9 – aber so genau interessiert mich das im Moment nicht. Ich muss noch mehr pushen, um dran zu bleiben. Ich freu mich jetzt schon auf die naechste VS (Nr. 8), kurz vor dem vierten und letzten Mal Kennedy-Bruecke. Bis dahin laeufts ganz gut. Bei der VS nehme ich Wasser und Tee. Oje, der Pacemaker ist schon wieder einige Meter weg. Ich komme wieder ran, dauert aber etwas laenger als eben, denn es geht leicht steigend hoch zur Kennedybruecke. Auf der Bruecke kommen wir wieder zusammen. 29 Kilometer sind nun geschafft.

Ich muss weiter pushen, ich bin nun echt am Limit, meine hinteren Oberschenkel sind etwas krampfig, ist aber noch ok. Wir sind nun wieder auf Gegenwind-Kurs, die Gruppe hat noch 7 Laeufer, wir laufen sehr dicht beieinander. Es wird waermer und waermer, windiger und windiger, kaum noch Wolken am Himmel. km 31… km 32… km 33…

Wir passieren nun den Post-Tower, hab’ mich an das Pushen fast gewoehnt. Ploetzlich tritt mir jemand von hinten auf meine linke Hacke. Ich seh’ noch im Augenwinkel wie mein Schuh davonfliegt und am Rand auf dem Gruenstreifen liegen bleibt. „Scheisse!“. Ich halte an, laufe zurueck, schluepfe wieder in den Schuh und weiter geht’s. Zwischendrin hoere ich aus der weiterlaufenden Gruppe: „Du kommst schon wieder ran…“. Mist, 15-20 Sekunden weg und der Kontakt zur Gruppe ebenfalls weg. Ich bin nun etwas veraergert, schiebe das Gefuehl aber schnell beiseite und hoere in meinen Koerper, was ich nun machen kann. Ein Sprint, um zur Gruppe aufzuschliessen? Langsam ranarbeiten? Sprint ist nicht moeglich, dann krieg ich gleich einen Krampf in den hintern Oberschenkel. Bleibt nur, langasm ranarbeiten. Die Strasse hat hier eine leicht Steigung und Gegenwind… ich komme nicht naeher ran. Jetzt nicht. Vielleicht nach der Wende, ab km 36. Kurz vorher habe ich genug Platz, mich ordentlich abzukuehlen und genug zu trinken. Das kostet etwas mehr Zeit, die brauche ich aber jetzt.

Die Gruppe entfernt sich mehr und mehr. Ich gebe nicht auf, aber ich komme nicht mehr ran. Ich kann auch nicht mehr nachlegen. Zwischenzeitlich ueberholen mich einige Laeufer aus der Schulstaffel, die scheinen sehr frisch zu sein – sie laufen ja auch nur je 10km. Ich merke, dass ich mich hier an niemand ranhaengen kann, den Rest steh’ ich nun alleine durch. Es sind nur noch 4 Kilometer bis zu einer neuen PB. Geil! Da – ich seh’ Stefan und Gabi – und hoere einen echt unpassenden Spruch vom Stefan: „Immer schoen laecheln!“ (oder so aehnlich)- da kann ich grad nicht drauf reagieren… Arne kommt auch nochmal vorbei und schenkt mir eine Flasche Sprudelwasser ;-) – das passt jetzt gerade prachtig, halb uebern Kopf, ein paar Schluck getrunken… und weg damit, alles Ballast.

Die letzte Steigung: die hat es in sich – fuer mich - ich bin hier extrem langsam.  Ein oder zwei „Konkurenten“ ziehen vorbei. Oben angekommen geht’s wieder.

Noch 3 Kilometer… ich freu’ mich auf’s Ziel. Mein Tempo bleibt – glaube ich – konstant. Nochmal Wasser zur Abkuehlung und etwas zum Trinken.

Noch 2 Kilometer…  ob meine Fans noch am Rand stehen, oder ob sie schon in den Zielbereich marschiert sind? Ich seh’ keinen mehr. Egal, ich lauf’ eh in Trance und krieg nicht mehr viel mit.

Noch 1 Kilometer… da, Matthias und Angela stehen am Rand, ich gruesse kurz. Mehr und mehr Leute stehen am Rand. Sie jubeln, eine Riesenstimmung, das macht’s mir etwas leichter. Ich kann nun doch noch etwas Gas geben.  Jetzt nur noch ein paar hundert Meter. Die letzte VS, nochmal ein Becher Wasser ueber den Kopf, ahhh, das erfrischt. Ich ueberhole noch 2 oder 3 Laeufer.

Die letzten Meter… die Strasse wird enger und enger, Kinder strecken ihre Haende raus zum Abklatschen – da mach’ ich gerne mit. Die Zielgerade steigt langsam an, auf der Tribuene im Zielbereich ist Riesenstimmung. Ich reisse meine Arme hoch und zeige auf mein T auf der Brust… noch wenige Meter… ich… bin… im… Z I I I E E E L… GESCHAFFT!

(da kommt noch was….)   

  

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Strecke: 2008_02_06_track
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Zielbereich: 2007_11_27_finish-area

Kategorien: Marathon
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MEIN ERSTER MARATHON in FERRARA, 9.3.2008

März 10, 2008 · Kommentar schreiben

ES IST SOWEIT! 8. Maerz 2008, 5:40Uhr, der Wecker klingelt. Meine Sachen habe ich schon gestern gepackt. Hab’ natuerlich wieder ‘ne Riesentasche vollgemacht, ich konnte mich einfach noch nicht entscheiden, was ich anziehe: welche Schuhe, eher was langes, oder ist jetzt der richtige Zeitpunkt, das erste Mal in diesem Jahr in kurzer Hose zu laufen, mit oder ohne Windblocker? Natuerlich muss meine Kamera mit, Handy, Euros (es geht ja ins Euroland Italien), genug Snacks, Riegel, Powergel, Kekse, Wasser, Wasser, Wasser, VitaminMineralPulver, Cremes, Schirmmuetze, Schweissband, mein Polar-Equipment, MP3-Player, Ausweis, hmmm, nochwas vergessen? Ich denke, das wichtigste ist dabei.

Pinky hat mir angeboten, mich um 6.15 vor der Haustuer abzuholen, da hab’ ich gerne ja gesagt und Petra muss dann auch nicht extra aufstehen. Das klappt alles ganz gut und so stehen wir etwas spaeter am vereinbarten Treffpunkt, an dem der Bus startet.

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Und los geht’s, es wird sicher eine lange Fahrt. In Rijeka steigen noch weitere Mitlaeufer/fahrer ein, dann gehts zur Kroatisch-Slovenischen Grenze und dort erstmal Passkontrolle – schoen jeder einzeln – wie am Flughafen.

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OK, geschafft, nun weiter nach Italien, dann vorbei an Trieste zum naechsten Autogrill: erstmal kleine Mittagspause.

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Um die ganze fahrt hier einfach mal abzukuerzen: Endlich angekommen! Nach kurzem Hotelzimmerbezug (die Paerchen wurden schon im Bus gebildet – mit Pinky teile ich mir ein Zimmer) treffen wir uns wieder vor dem Hotel, um bei der Marathon-Messe unsere Startunterlagen abzuholen. Wo ist sie bloss, die Messe?

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Aha, nach einer halben Stunde (verbunden mit Sightseeing) endlich angekommen.

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Meine Unterlagen waren nicht aufzufinden, also hatte ich leider meinen Namen nicht auf der Startnummer. Macht aber nichts.

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3… 2… 1… bald geht’s los. Noch einmal schlafen. Bettzeit ist aber noch nicht.

Wenn nicht hier in Italien, dann wo sonst sollte ich auf die vorabendliche Pasta-Party gehen (die findet hier im alten Gewoelbekeller des Schlosses Castello degli Este statt; uebrigens: der ganze historische Stadtkern von Ferrara gehoert seit 1995 zum Weltkulturerbe der UNESCO). 

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Danach noch ein paar Schritte durch die Stadt, ein kleines Bierchen, Abschlussbesprechung mit Janko und es geht ins Bett. Schnarch… naja, so schnell gings nicht, hab schon etwas gebraucht und durchschlafen konnte ich auch nicht (musste dreimal auf die Toilette).

„Endlich ist es soweit“, dachte ich morgens. Nach kurzer Zeit und etwas Strecken und Dehnen im Bett aufstehen. Nun die grosse Frage: Was zieh’ ich an? Gestern abend wollte ich eigentlich schon alles vorbereiten. Leider hab’ ich Klamotten fuer alle Eventualitaeten mit und darum ist die Auswahl umso groesser. Ein Blick raus aus’m Fenster hilft mir auch nicht wirklich weiter. Kurz oder lang? – Ok, ich geh’ erstmal fruehstuecken, dann ein kurzer Gang draussen an der frischen Luft… und mal sehen, wie sich das Wetter anfuehlt.

Ich fruehstuecke, wie auch sonst an Tagen mit morgendlichem Lauf, etwas Weissbrot mit Frischkaese und Honig. Das liegt nicht schwer im Magen und ich kann’s gut in kurzer Zeit verdauen. Dazu trinke ich etwas Fruechte-Tee.

Nun geh’ ich fuer ein paar Schritte raus und stelle mich beim Ziel auf und mache ein Selbstausloeser-Bild:

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Beim Start ist auch noch nichts los:

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Nun aber: wieder rein, noch etwas Ruhe, Klamotten anziehen, Sachen packen und in eins unser „Dusch“zimmer bringen (damit wir uns nach dem Lauf noch alle duschen koennen, duerfen wir 4 Zimmer im Hotel laenger behalten – natuerlich muss da nun auch unser ganzes Gepaeck rein).

Ich entscheide mich fuer kurze Tights (und zwar meine aeltesten Radhosen, die ich um das Sitzpolster erleichtert habe) und ein langes, duennes Oberteil sowie das hellblaue AK Sljeme Traegershirt. Die Nike-Schuhe werden mich begleiten, die sind noch ganz frisch aber dennoch schon gut eingelaufen und angenehm weich fuer den 42,195km-Asphalt-Trip.

15 min lang laufe ich zusammen mit Pinky locker ein, dann nochmal auf Toilette und es geht zu Start. Es werden noch ein paar Fotos gemacht und schon geht’s los, ganz locker geht’s los. Ein wildes ChampionChip-Gepiepse begruesst und verabschiedet mich an der Startlinie. Nun bin ich angekommen am Ziel und schon mittendrin. Die ersten Meter (bis km 5)  sind nicht so angenehm, vielleicht bin ich noch nicht richtig warm oder vielleicht liegts auch daran, dass ich in letzter Zeit nicht so sehr viele Einheiten auf Asphalt hatte. Ich laufe bei lockeren 4:50Min/km und bin sehr vorsichtig, zumindest auf der ersten Haelfte.

Kurz nach der Halbmarathonmarke schliesse ich auf Veronika und Robi auf und trabe vorbei, ich laufe nun etwas schneller, ca. 4:40/km. Es laeuft prima, ich fuehle mich gut, die Versorgung an der Strecke ist ok. Es gibt alle 2,5 km im Wechsel nasse Schwaemme und dann Getraenke/Kekse/Bananen. Die Kekse sind prima.

Ich geniesse nun jeden Meter und kann leicht an 60-70 Laeufern vorbeiziehen auf der zweiten Haelfte. Kilometermarke fuer Kilometermarke lasse ich links oder rechts – je nachdem – liegen 28… 29… 30… 31… 32… … 36… 37…

Nun sind es noch 5km und ich lege nach, ich laufe nun bei 4:25/km; ich steigere weiter und laufe den letzten Kilometer mit 4:03. Auf den letzten Metern begleiten mich Anfeuerungsrufe unserer Halbmarathonis… im Ziel gleich Umarmung und ein grinsender Bodo – das krieg ich auch einige Zeit nicht mehr weg ;-)

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Nun isses gemacht und geschafft… so geht das also… Mann mit dem Hammer? Der hat sich offensichtlich um andere gekuemmert. Mit einer Top-Vorbereitung in den Wintermonaten kann eigentlich nichts passieren. Meine Prognose fuer den Bonn-Marathon: 10-12 Minuten werde ich schneller sein koennen, wenn die aeusseren Bedingungen aehnlich gut sind: das waeren dann 3:05-3:07. Ich haette vor dem Winter nicht gedacht, dass ich meinem langfristigen Ziel (einmal einen Marathon sub 3 zu laufen) schon in Kuerze so nah sein werde. Damals dachte ich fuer Bonn an 3:30.

So, nun warten in der Verpflegungszone Tee, Bananen und der Massagedienst auf mich… danach noch Duschen und dann geht’s wieder nach Hause.

Die Urkunde:
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Die Medaille:
ferrara-medaille.gif 

Ergebnisliste: liste.pdf

Statistik
Distanz: 42,195 km
Dauer: 3:17:49 (netto)
avrgHF: 152
Platz: 103 von 489

Herzfrequenz und Tempo
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Kategorien: Marathon