Etwa 200 km sind es von Zagreb nach Gospić, wo der Lauf zur Spitze der Visočica stattfindet. Da der Start um 10 Uhr morgens und meine Familie schon in Deutschland ist (Sommerurlaub), entscheide ich mich, mit Janko, Veronika, Deki, Petra, Žana und Višnja schon am Vorabend um 18 Uhr nach der Arbeit loszufahren.
Treffpunkt ist also Freitag, 25.7.2008, am Billa-Parkplatz beim “Zagreber Hauptkreisel“. Wir verteilen uns auf die Autos (ich fahre auch, dafuer habe ich mir das Auto vom Oliver geliehen: ein Land Rover Discovery, ist ein Riesen-Spaß – bis auf die Tankrechnung; naja, wir teilen durch vier).
Wir entscheiden uns, nicht die Autobahn, sondern Landstrasse zu fahren und kommen auf der Route auch an den Plitvitzer Seen vorbei, wo wir eine Pause haben.

Erst als es dunkel ist, kommen wir an unserem Appartment an. Gut schlafen kann ich nicht – wie meistens in der ersten Nacht in einem fremden Bett.
Morgens ist es komplett bewoelkt, so dass wir nicht mal den Gipfel sehen koennen, den wir erlaufen wollen. In diese Richtung geht’s:

Gerade bekomme ich die Info, dass es bis zum Start etwa 2km sind. Man hat die Route von letztem Jahr etwas verschoben, so dass man nun etwas naeher zum Berg startet, dafuer aber den Berg komplett erklimmt. 1000 Hoehenmeter, das ist ja schonmal ne Nummer, etwa 14 km… ich weiss ueberhaupt nicht, was auf mich zukommt. Wie ist das Wetter da oben? Was zieh’ ich an? Was nehm’ ich mit?
Schliesslich sehen wir dann so aus (da kommt richtiges Mannschaftsfeeling auf):

Die Konkurrenz ist stark heute und wir wollen zumindest als Team gut abschneiden, also, ich werd mein Bestes geben und gleichzeitig vorsichtig beginnen.
Die ersten 4km geht’s bestaendig nach oben und zwar nicht zu knapp. Dann ploetzlich wirds (so gut wie) flach… hier schonmal vorab die ganze Strecke als Google-Earth-Track:

Vor mir sehe ich noch zwei Laeufer und das flache Stueck kommt mir gerade entgegen, ich laufe nun etwas zuegiger und kann beide „einsammeln“ auf den naechsten 4-5 km. Dann geht’s wieder kraeftig bergan. Der Schotter auf Strecke ist ziemlich grob, ist also nicht wirklich angenehm zu laufen. Ich bin sehr konzentriert, um hier nicht irgendwo haengenzubleiben oder umzuknicken.
Ich seh’ nun Pinky wieder vor mir. Serpentinenartig geht’s hier bergan. Der Zielbereich der letztjaehrigen Strecke kommt nun bald:

Nicht nur Pinky, sondern auch Sanja sehe ich nun vor mir. Pinky laesst Sanja hinter sich und ich komme immer naeher an Sanja ran (schon in den letzten Laeufen der Ljetna Liga Puntijarka war ich schneller als sie, dass klappt heute scheinbar auch wieder). Ich komme naeher und naeher.
Der neue Streckenabschnitt verlaeuft zunaechst auf einem extrem steilen und schmalen Pfad – laufen kann ich hier nicht mehr. Ich bin nun an Sanja dran, ueberhole aber noch nicht. Wir erreichen nun die Baumgrenze. So sieht der Blick nach oben aus:

Wie weit ist es eigentlich noch bis zum Gipfel? Hmm… sehen kann man das Ende noch nicht. Und das ist hier in den Bergen ja sowieso immer tueckisch, das sieht man was, was so aussieht wie der Gipfel und wenn man oben ist, dann geht’s wieder ein Stueck weiter… das scheint hier auch so zu sein.
Der Blick nach unten:

Das Wetter ist ok hier oben, etwas windig aber der Gipfel ist wolkenfrei, wenn auch ringsherum fast alles zu ist. Vjeko am Gipfel:

Meine Zeit? 1:34:37 (11. Platz von 58 Startern – fuer einen Berglauf ganz ordentlich – bin ja schließlich keine Bergziege)
Ach, und der Empfang am Gipfel war aeusserst duerftig, gerade mal ein Kollege saß da und hat die Zeit genommen, dann waren da noch Deki und Pinky, die wenig vor mir ins Ziel kamen. Die ganz schnellen sind schon laengst wieder auf dem Weg nach unten – auch um nicht auszukuehlen.
Ergebnisliste: visocica_planinski
Treffpunkt ist nun der alte Zielbereich, dort gibt’s Erstverpflegung und den Transfer ins Tal zum Start. Beim Abstieg kommen noch einige Laeufer vorbei:

Etwas spaeter… nachdem alle wieder wohlbehalten am Startbereich angekommen sind, gibts richtige Verpflegung und die ist hier bei dem Rennen legendaer. Hausgemachte Knabber-Kleinigkeiten, dann eine gulaschartige Suppe (zubereitet auf einem Holzfeuer) mit Brot und freie Auswahl bei den Getraenken:

Schliesslich kommt auch die Siegerehrung: unglaublich , aber ich hab’s in der M40 in die Top 3 geschafft…

…und sowohl unser Maennerteam als auch unsere Maedels haben jeweils die Teamwertung gewonnen:

Was fuer ein toller und erfolgreicher Tag! Wir geniessen hier alle noch etwas die Sonne und fahren dann spaeter nach Hause – 200km.