Heute ist es soweit, Halbmarathon, Saisonabschluss 2008, Ziel: neue PB! Der Start:

Bedingungen sind super: kein Wind, 10Grad, Sonne kommt durch den sich auflösenden Nebel leicht durch, flacher Rundkurs um einen Rudersee, der 3x umlaufen wird. Heute werden sicher neue PB’s aufgestellt. Und für mich gilt das hoffentlich auch
; dafür werde ich versuchen, jeden Kilometer in oder unter 3:55min zu laufen…
„Mächtig viel los ist hier heute morgen“, denke ich bei der Startaufstellung, „das sind sicher 250-300 Starter. Jedenfalls viel mehr als noch im letzten Jahr.“ Im letzten Jahr waren es etwas mehr als 200 und ich hatte in den letzten Tagen mal in die alten Ergebnislisten geschaut und mir ausgerechnet, dass ich zumindest eine Chance auf einen Alterklassenplatz unter den ersten drei erreichen kann, wenn das Starterfeld wieder so bestueckt ist *UND* ich meine Zielzeit von 1:22:xy erreiche. Naja, heute ist das Starterfeld allerdings deutlich größer, also wird es auch mehr schnellere Läufer geben… wie auch immer, eh’ alles Theorie.
Der erste Kilometer geht ratzfatz und viel zu schnell weg – unter 3:50 – dabei wollte ich’s doch langsam angehen lassen, manno… die Läufermenge legt hier aber auch ein Tempo vor… uiuiui. Ich reduziere etwas und will mich zurückhalten – sind ja schließlich 21km; diese Taktik hat sich für mich bisher immer ausgezahlt: gleichmäßiges Tempo.
Ich laufe ab Kilometer 3 zusammen mit zwei anderen, die an den kommenden Kilometerzeichen das Tempo pruefen, scheinbar sind sie ähnlich unterwegs wie ich. Mal laufe ich vorne, mal die beiden anderen. Eigentlich soweit ganz angenehm…
Hier lauf ich vorne (Beginn der zweiten Runde):

Zwischendurch mal ein paar andere Gedanken, denn beim Laufen ist ja reichlich Zeit und Platz für Gedanken jeglicher Art. Gerade im ersten Drittel eines Rennens – wird mir gerade bewusst – denke ich fast regelmäßig darüber nach, warum ich das mit dem Laufen eigentlich mache? Gleichzeitig stell’ ich mir noch die Frage, warum ich solche kritschen Gedanken/Fragen gerade jetzt habe? Eine Antwort? Hmm, die hab’ ich mir in dem Moment nicht gegeben. Scheinbar liegt „dieses kritische“ daran, dass ich die erste Phase des Rennens als erste Hürde/ersten Test für mich sehe. Denn ich bin noch nicht richtig warm (obwohl ich mich natürlich ordentlich aufgewärmt habe) oder habe den Rhythmus noch nicht richtig intus. So ab Kilometer 8-10 komme ich dann in einen angenehmen Flow, da läuft’s richtig rund – Gedanken sind nicht wichtig, nehm’ ich auch nicht wirklich wahr. Am Ende kommt dann (wenn’s alles nach Plan läuft) nochmal ein Motivationsschub, ich rede mir gut zu: „Läuft doch prima heute, fühlt sich alles gut an: Muskeln sind schön locker, es zwickt nichts, Herzfrequenz, uihhh!, liegt bei 170, egal, alles im Lot. Schön tief ein- und ausatmen, mal im dreier-, mal im zweier-Rhythmus. Kilometerzeiten sind alle besser als geplant…“ Erste Hochrechnungen auf die mögliche Zielzeit laufen ab: „Jaaah! Das sieht gut aus, weiter so.“

Immer wieder ueberhole ich andere Läufer. „Warum laufen die eigentlich so schnell los, wenn die ihre Geschwindigkeit dann nicht halten können?“ Das wär’, glaub’ ich, keine Taktik für mich.
Die letzte Runde! „Mann, geht das heute wieder schnell! Schade eigentlich, denn es macht einen Riesenspaß!“ Weiter vorne sehe ich Vedran Martinović (ihm bin ich nun schon häufiger in der letzten Phase von einigen Rennen aufgelaufen), ganz langsam komme ich näher… und näher… und näher. Währenddessen überhole ich noch einen weiteren: interessant ist dabei, dass sich einige Läufer einfach so überholen lassen (da sie wahrscheinlich einfach „ihr Ding“ laufen) und andere nehmen das eher persönlich und machen eine kleine Competition daraus und werden dann zwischendurch einfach mal schneller (und danach natürlich wieder umso langsamer – hehehe!). Ich gehöre wohl eher zu denen, die „ihr Ding“ laufen – bisher jedenfalls. Natürlich überhole ich gerne, insbesondere wenn es so prima läuft wie heute. Es ist zwar nicht so, dass ich noch riesen Reserven hätte auf den letzten drei, vier oder fünf Kilometern. Allerdings halte ich mein Tempo konstant. Auf den letzten beiden Kilometern kann ich dann meist noch ein paar Sekündchen pro Kilometer schneller laufen, das reicht dann häufig, um mich von anderen noch etwas abzusetzen. Wie auch heute von Vedran, er kommt 10 Sekunden nach mir ins Ziel (…und beglückwünscht mich nach seinem Zieleinlauf auch gleich für meinen Super-Speed am Ende). Gleich nach ihm gratuliert mir noch einer aus dem gleich Grund – naja, das war der, den ich vorm Vedran überholt hatte…
Hier ein paar „Mit“laeufer:

(von links nach rechts: Veronika, Matthias, Ivan „Pećo“ – im Hintergrund Stjepko, Robert, Zlatko, Vedran, Dražen – der meist ganz oben auf dem Treppchen steht, sowie Petra und Tadeja – heute als Konkurrentinnen unterwegs:Tadeja war heute schneller)
Und ich, ich bin ja jetzt auch im Ziel… meine Hochrechnungen haben sich erfüllt, meine Wunschtraumzeit von 1:22:xy habe ich unterboten: GEIL, 1:21:26…….. ohne Worte. Wie mach’ ich das bloß? Das… das sind über 15km/Stunde… ich fass es nicht… (und Du, michi?)
Immer wieder in den letzten Wochen muss ich an einen Scherz von einem Freund denken, der mir am Anfang meiner Abspeckphase (das war im Februar 2007) eine Finisher-Urkunde von einem seiner Namensvettern (was ich nicht wusste) zugeschickt hat: 15km-Lauf, Zeit: 1:15:13, ich hab’ ihm das tatsächlich zunächst geglaubt und war voller Respekt, denn damals hätte ich das nicht geschafft. Und heute?…
Danke übrigens an Zeljko und meine Süsse und „irgendeinem“ Picasa-Album für die Bilder oben…

So, und nun gibts erstmal ‘ne Pause, wie ich die gestalte, weiss ich allerdings noch nicht so genau… mal schwimmen, vielleicht mal ‘ne leichte Joggingrunde, oder vielleicht etwas Krafttraining?
Ergebnisliste: starek2008-rezultati
aktuelle AK-Sljeme-Rangliste: ranglista_aksljeme_20081117
Statistik
Distanz: 21,097km
Dauer: 1:21:26 (neue PB!)
avrgHR: 171
avrgTempo: 3:52min/km
Platz 26/304 (Gesamt)
Platz 25/262 (Maenner)
Platz 6/43 (M40)
5km Split: 19:19 – 19:17 – 19:21 – 19:23
1km-Split (tempo/avrgHR)
km 1-5: 3:48/158 – 3:51/170 – 3:54/171 – 3:54/170 – 3:52/171 -
km 6-10: 3:52/170 – 3:53/170 – 3:48/171 – 3:52/171 – 3:52/169 -
km 11-15: 3:55/170 – 3:52/170 – 3:53/171 – 3:51/171 – 3:51/172 -
km 16-21: 3:51/173 – 3:54/174 – 3:55/174 – 3:55/174 – 3:49/176 – 3:43/178








