Heute gibt’s ein Jubilaeum zu feiern, denn vor einem Jahr stand ich hier das erste Mal am Start eines offiziellen Laufes (hier der Link zum Blog-Eintrag).

Dann noch etwas Neues: Pinky und ich teilen uns heute den Pace-Maker-Job fuer die 3:30er Marathon-Zeit. In der Starterliste tauchen wir auf unter dem Namen Bojan Schwetrović (Bodo+Dejan Schwebcke+Petrović)
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Ich werde die erste Haelfte laufen, das haben wir heute morgen entschieden. Wir sind beide offen fuer beide Streckenteile, allerdings tendiert Pinky eher zur zweiten Haelfte. So entscheiden wir dann auch. Erste Haelfte? Zweite Haelfte? Ja, das geht hier auf dem Marathon-Kurs in Zagreb ganz prima, zumal es ein schneller und flacher Zwei-Runden-Kurs ist. Start ist auf dem Hauptplatz, dann geht es erstmal 7-8 km in den Osten den Stadt. Dann die gleiche Strasse wieder zurueck, der Hauptplatz wird wieder ueberquert, und noch 3-4 km in den Westen der Stadt, um danach wieder auf der gleichen Strecke zum hauptplatz zu laufen. Fuer den Halbmarathon ist nach einer Runde Schluss, Marathonnis muessen zweimal ran.
OK, nun steh’ ich hier am Start, gelbes Shirt mit der Aufschrift „PEJSMEJKER 3:30″ (PEJSMEJKER ist uebrigens das eingekroatischte Wort fuer Pacemaker) und einem gelben Ballon mit der 3:30 drauf. Gleich gesellen sich einige Laeufer um mich und die ersten Fragen muessen beantwortet werden: „Laeufst Du 1:45 auf der halben Strecke?“. Die anderen beiden PEJSMEJKER sehe ich auch: Tomislav versucht sich mit der 3:00 (wobei er noch nie einen Marathon unter 3 Stunden gelaufen ist – kurios, oder? – VIEL ERFOLG!) und Višnja ist auf der 4:00-Tour.
Nachdem ich in den letzten Tagen doch etwas nervoes war, bin ich nun ganz ruhig und freue mich auf meine Aufgabe. Heute zwar mal nicht Bestzeit aber eben doch Genauzeit, was fuer mich ganz spannend ist. Ich bin inzwischen schon so viele Kilometer gelaufen und habe meine Tempotreue in Berlin nochmal unter Beweis gestellt, das wird gut klappen. Ich vetraue auch den Kilometer-Schildern, die Kiki kurz vor dem Start entang der gesamten Strecke aufgestellt hat.
Es geht los. Ich starte meine Uhr mit dem Startschuss, so komme ich dann mit der richtigen Bruttozeit spaeter zur Halbmarathon-Marke. Wie immer ist am Anfang noch recht eng auf der Strecke, denn Marathonis, Halbmarathonis und 5km-Laeufer starten gleichzeitig und muessen sich eine 2-spurige Strasse teilen. Das klappt ganz gut.
Den ersten Kilometer erreiche bich nach 4:55, das ist etwas schnell, aber noch ok. Die naechsten beiden gehen mit 4:59 und 5:05 durch.
Inzwischen hat sich neben und hinter mir auch schon eine ganz beachtliche Gruppe von etwa 15-20 Laeufern gebildet. Einige davon laufen die Halbmarahon-Distanz und – warum auch nicht – nutzen den PEJSMAKER-Service ebenso.
4:59 Minuten ist die Zeit je Kilometer, um am Ende die 3:30 zu knacken (oder eben die 1:45 fuer den Halben). Damit ich nicht soviel rechnen muss (ist zwar nicht so schwer bei ziemlich genau 5min/km), habe ich mir heute morgen einen Spickzettel ums Handgelenk gemacht mit den genauen Kilometerzeiten. Das finde ich sehr praktisch und gibt zusaetzliche Sicherheit.
5:06, 4:51 und 4:55 sind die naechsten Kilometerzeiten, naja, ist vielleicht nicht optimal, aber es geht mal leicht rauf und leicht runter, die erste Versorgungsstation war auch schon dabei.
Es geht weiter mit 4:55, 5:01, 4:51, 4:54, 4:57. Da niemand meckert, scheints wohl fuer alle ok zu sein
(ich erinner mich nun an meinen Bonn-Marathon, denn dort bin ich einem Pacemaker gefolgt, der den einen oder anderen Spruch einstecken musste – nicht von mir, hab’ allerdings auch mit den starken Tempi-wechsel gekaempft).
4:57, 5:08, 5:09, 4:58, 4:53 geht’s weiter.
5:04, 4:58, 4:42 (oh, was war da denn los?), 4:59 (wieder in der Spur).
Und schließlich 5:33 fuer die letzten 1,097 Kilometer, so dass ich die Halbmarathonmarke bei 1:44:50 passiere.

Schon bei Kilometer 20 ist Pinky eingestiegen und ich begleite ihn auch noch einen weiteren Kilometer, damit er es einfacher hat, in das Tempo-Gefuehl zu kommen.
Kurz bevor ich aussteige, muessen wir noch den ChampionChip austauschen, der sich im Moment an meinem Bein befindet. Er laeuft also weiter, ich halte an und mache das Klettband mit Chip ab, schliesse wieder zur 3:30er Gruppe auf, gebe Pinky den Chip. Dann haelt Pinky an, macht den Chip fest, waehrend ich in der Gruppe weiterlaufe. Als Pinky dann wieder auf die Gruppe aufschliesst, verabschiede ich mich aus der Gruppe und bekomme noch 2-3 „Danke“ mit auf den Weg zurueck zum Hauptplatz.
Als ich am Hauptplatz ankomme, laeuft gerade der erste Marathoni ins Ziel mit 2:16:40. …..

…geht bald weiter