Kurzentschlossen habe ich diesen Marathon in meinen Trainingsplan eingebaut, denn eine lange Trainingseinheit wird eh’ mal wieder faellig und Plitvitz gehoert auf jeden Fall zu den Marathons, die ich unbedingt laufen wollte/werde. Nun kann ich das Angenehme mit dem Nuetzlichen verbinden
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Waehrend die meisten meiner Laufkollegen sich schon am Freitag Nachmittag auf den Weg machten und auf einem Campingplatz in Bungalows uebernachtet haben bin ich erst Samstag frueh um 5:45 losgefahren. Das ist sicher nicht ideal fuer einen Marathon-Tag, allerdings steht heute ja nicht Hoechstleistung sondern Spaß auf dem Programm.
Die Fahrt dauerte etwa 2 Stunden und so habe ich noch gut 1,5 Stunden Zeit fuer die „mentale“ Vorbereitung bis zum Startschuss. Meine mentale Vorbereitung ist nicht mehr oder weniger als: gemeinsam mit den anderen einen Tee zu trinken, Startunterlagen holen (diesmal haben das Janko und Veronika schon am Vortag gemacht), noch etwas quatschen, umziehen, relaxen, aufwaermen!
Drei Strecken werden heute angeboten: 7km, 16km und 42,2km.
Das Profil ist auch nicht ganz ohne: bei der Marathon-Distanz sind naemlich 625 Hoehenmeter drin, wobei keine besonders steilen Stuecke dabei sind. Als Vorbereitung hatten wir in den letzten drei Wochen sehr hilfreiche Trainingseinheiten am Berg (rauf zum Sljeme natuerlich – wohin sonst) plus drei Wochenend-Laeufe mit in Summe 3000 Hoehenmeter.
Unmittelbar vor dem Start konzentriere ich mich mal wieder nicht auf das Wesentliche – naemlich den Start selbst – und vergesse, rechtzeitig meinen FR (Forerunner) 405 zu aktivieren. Die Suche nach den Satelliten dauert heute irgendwie laenger als sonst, also laufe ich heute die ersten Meter ohne Entfernungs- und Geschwindigkeitsmessung. Aus den Metern werde schliesslich 1,32km, bis mein neues Gadget empfangsbereit ist. Danach laeuft alles wunderbar, trotz Streckenfuehrung durch dichten Wald wird die gesamte Strecke (bis eben auf die ersten 1,32km) aufgezeichnet.
Die ersten 6,5km gehts bergab, ich laufe bei etwa 4:30min/km. Gaaaanz grob uebernehme ich mal die Idee von Deki, der im Schnitt 5min/km laufen will; das enspricht einer Endzeit von etwa 3:30 (das waere eine ganz passable Zeit fuer Plitvitz). AUf diesem Streckenabschitt sehe ich die ganze Zeit Pinky und Antonija vor mir, in einer Entfernung von etwa 50-100m.
Nach den 6,5 km geht’s nun erstmal bergan, so etwa fur 3 km. Schon am Anfang der Steigung ueberholt mich Deki, der hier – wie ich finde – ein zu hohes Tempo geht. Ich bin ganz locker und lass ihn ziehen. Etwas vor mir laeuft noch immer Pinky und so nach und nach verkuerze ich die Distanz zu ihm, waehrend Antonija an dieser Steigung etwas schneller ist. Das folgende flache Stueck laufen Pinky und ich gemeinsam.
Kurz vor km 14 zweigt nun die mittlere 16km-Runde inkl. Pinky ab, nun sind die Marathonis unter sich auf der grossen Runde. Ich fuehle mich grossartig, nehme an jeder Verpflegungsstelle eine Flasche Wasser und auch einmal ein Stueck Orange (das haette ich aber besser nicht gemacht, das gibt gleich Gegrummel im Bauch) und spaeter Banane.
Die naechste Steigung kommt, wieder etwa 3 km lang. Da, dort vorne laufen Deki und Antonija. Nach und nach komme ich ran, ohne mich besonders anzustrengen. Als ich zu Antonija aufschliesse, ist Deki allerdings schon weitergezogen und schon wieder denke ich, dass er am Berg zu schnell ist. Oder hat er einfach nur „Angst“, dass ich heute vielleicht besser bin als er? Jedenfalls hat er schon vor dem Start prophezeit, dass ich heute schlagen werde. Das haette er vielleicht besser nicht gesagt. Gemeinsam mit Antonija laufe ich bergan und sie erzaehlt mir etwas ueber den weiteren Streckenverlauf. Oben angekommen beschleunigt Antonija sofort, waehrend ich noch ein paar Meter mein Bergantempo beibehalte – zur Erholung. Erholung ist schnell passiert und ich beschleunige ebenfalls – es geht nun naemlich fuer ein paar Kilometer leicht bergab und danach flach bis Kilometer 27. Sehr angenehm. Ich ueberhole also Antonija und laufe mein Wohlfuehl-Tempo.
Kurze Zeit spaeter sehe ich Deki wieder vor mir in einer 3er Gruppe. MIt meinem aktuellen Tempo von etwa 4:10min/km schliesse ich schnell auf die Gruppe auf und wir laufen die naechsten 3-4 km zusammen. Dann folgt ein eigentlich langweiliges Stueck (so wurde mir das zumindest verkauft): es geht 3km eine leicht ansteigende Strasse rauf und das gleiche Stueck wieder zurueck. Langweilig? Finde ich gar nicht. Denn hier ist mal etwas mehr los auf der Strecke. Insgesamt uebrigens bisher eine tolle Strecke.
Deki bleibt auf dem ansteigenden Stueck etwas hinter mir zurueck, aber nur ein paar Meter und ich rechne fest damit, dass wir – wenn’s wieder bergab geht – noch ein paar Kilomter zusammen laufen, bevor er dann am Ende wegzieht oder wir vielleicht gleichtzeit ins Ziel einlaufen – bis dahin ist es allerdings noch ein Stueck. Kurz vor dem Wendepunkt, vielleicht 500m, kommt mir Željko entgegen (vor dem Start hatten wir uns leider gar nicht gesehen und ich konnte ihm nicht alles Gute wuenschen).
Am Wendepunkt ist Deki vielleicht 20m hinter mir, er wird sicher gleich aufschliessen; warten tu ich allerdings nicht, sondern beschleunige etwas bis zu meinem Bergab-Wohlfuehl-Tempo, das liegt im Moment bei 4:30min/km. Deki will wohl nicht – oder kann nicht? – oder noch nicht? Ich dreh’ mich jedenfalls nicht um…
Nun kommen viele bekannte Gesichter vorbei, die muessen alle noch zum Wendepunkt: Antonija, Robi, Veronika, Zlatko, Velimir, Vanja, Ante….
Die Wendepunktstrecke ist nun bei Kilometer 33,5 zu Ende, es sind noch knapp 8km bis zum Ziel – ich bin ueberrascht, dass das bis hier hin so schnell und einfach war. Ich nehme nun meinen zweiten Beutel mit Powergel, den ersten hatte ich bei km 23. Zwei oder drei kleine Stueckchen Banane hatte ich auch schon. Mir geht’s prima.
Der folgende Streckenabschnitt verlaeuft nun direkt an den Plitvitzer Seen, leicht bergab, guter Strassenbelag (das war nicht die ganze Zeit so, es gab hier einige Kilometer, da musste ich mich eher auf einen sicheren Tritt als auf die schoene Landschaft drumherum konzentrieren). Das Wasser in den Seen ist glasklar, die Sonne scheint, die Froesche quaken…. (die Plitvitzer Seen: hinfahren und angucken!).
Željko taucht nun wieder vor mir auf, ich komme etwas naeher ran. Irgendwie, ich kann es heute nicht lassen, muss ich nochmal etwas nachzulegen, um naeher ranzukommen. Bei km 41 ist Željko schon greifbar, vielleicht noch 70 Meter… 60… 50… ich ueberlege… eigentlich will ich ihn doch gar nicht ueberholen, er hat sich seit ein paar Wochen auf genau diesen Lauf vorbereitet und ich habe heute einfach eine guten Tag. Nee, ich ueberhole nicht. Es sind noch 200m bis zum Ziel - der letzte Kilometer war schon ziemlich anstrengend – noch 150 – Željkos Frau begleitet ihn im Laufschritt – noch 100… 50… geschafft
3:21:06
9 Sekunden nach Željko und… und Deki? Wo ist eigentlich Deki? Željko und ich umarmen uns - das ankommen nach 42km ist doch immer wieder klasse (immer wieder? naja, ist erst das dritte Mal fuer mich – es kommen aber noch mehr Marathons – auf jeden Fall).
Zurueck zu Deki: da ist er, kommt dirket nach mir ins Ziel. Seine Zeit: 3:22:37. Ich glaube, er aergert sich etwas (zumal seine Bestzeit von Ferrara bei 2:57:xy liegt, etwa 5min schneller als ich).
Dieser Marathon war wirklic klasse fuer mich, ich hatte (bis auf die letzten 1,5km) duchgehend Spass und auf der Strecke immer wieder jemanden, an den ich mich „ransaugen“ konnte. Erst war es Pinky, dann Antonija, dann Deki, dann Željko. Und auf den letzten Kilometern konnte ich noch ein paar Laeufer ueberholen, die sonst vor mir lagen: z.B. Danijel Katalenić (Muskelprobleme), von den anderen kenne ich die Namen nicht.
Auch hat der AK Sljeme wieder eine Spitzen-Team-Leistung erbracht und ich habe als viertschnellster Laeufer des Klubs zum Team-Ergebnis beigetragen. Uebrigens, die neue Klubregel lautet: wer beim Marathon zur „ersten“ Mannschaft gehoert, d.h. die ersten vier bei den Maennern und die ersten drei bei den Frauen, bekommt vom Klub das Startgeld erstattet. Das war also mein erster Geldgewinn
!
Ergebnisliste: pltvice2008_42
Statistik
Distanz: 42,195 km
Hoehenmeter Aufstieg: 625 m
Dauer: 3:21:06
avrgHF: ?
Platz: 43/178
bei den Maennern: 38/159
bei M40: 5/23





