ES IST SOWEIT! 8. Maerz 2008, 5:40Uhr, der Wecker klingelt. Meine Sachen habe ich schon gestern gepackt. Hab’ natuerlich wieder ‘ne Riesentasche vollgemacht, ich konnte mich einfach noch nicht entscheiden, was ich anziehe: welche Schuhe, eher was langes, oder ist jetzt der richtige Zeitpunkt, das erste Mal in diesem Jahr in kurzer Hose zu laufen, mit oder ohne Windblocker? Natuerlich muss meine Kamera mit, Handy, Euros (es geht ja ins Euroland Italien), genug Snacks, Riegel, Powergel, Kekse, Wasser, Wasser, Wasser, VitaminMineralPulver, Cremes, Schirmmuetze, Schweissband, mein Polar-Equipment, MP3-Player, Ausweis, hmmm, nochwas vergessen? Ich denke, das wichtigste ist dabei.
Pinky hat mir angeboten, mich um 6.15 vor der Haustuer abzuholen, da hab’ ich gerne ja gesagt und Petra muss dann auch nicht extra aufstehen. Das klappt alles ganz gut und so stehen wir etwas spaeter am vereinbarten Treffpunkt, an dem der Bus startet.
Und los geht’s, es wird sicher eine lange Fahrt. In Rijeka steigen noch weitere Mitlaeufer/fahrer ein, dann gehts zur Kroatisch-Slovenischen Grenze und dort erstmal Passkontrolle - schoen jeder einzeln - wie am Flughafen.

OK, geschafft, nun weiter nach Italien, dann vorbei an Trieste zum naechsten Autogrill: erstmal kleine Mittagspause.

Um die ganze fahrt hier einfach mal abzukuerzen: Endlich angekommen! Nach kurzem Hotelzimmerbezug (die Paerchen wurden schon im Bus gebildet - mit Pinky teile ich mir ein Zimmer) treffen wir uns wieder vor dem Hotel, um bei der Marathon-Messe unsere Startunterlagen abzuholen. Wo ist sie bloss, die Messe?


Aha, nach einer halben Stunde (verbunden mit Sightseeing) endlich angekommen.

Meine Unterlagen waren nicht aufzufinden, also hatte ich leider meinen Namen nicht auf der Startnummer. Macht aber nichts.

3… 2… 1… bald geht’s los. Noch einmal schlafen. Bettzeit ist aber noch nicht.
Wenn nicht hier in Italien, dann wo sonst sollte ich auf die vorabendliche Pasta-Party gehen (die findet hier im alten Gewoelbekeller des Schlosses Castello degli Este statt; uebrigens: der ganze historische Stadtkern von Ferrara gehoert seit 1995 zum Weltkulturerbe der UNESCO).

Danach noch ein paar Schritte durch die Stadt, ein kleines Bierchen, Abschlussbesprechung mit Janko und es geht ins Bett. Schnarch… naja, so schnell gings nicht, hab schon etwas gebraucht und durchschlafen konnte ich auch nicht (musste dreimal auf die Toilette).
“Endlich ist es soweit”, dachte ich morgens. Nach kurzer Zeit und etwas Strecken und Dehnen im Bett aufstehen. Nun die grosse Frage: Was zieh’ ich an? Gestern abend wollte ich eigentlich schon alles vorbereiten. Leider hab’ ich Klamotten fuer alle Eventualitaeten mit und darum ist die Auswahl umso groesser. Ein Blick raus aus’m Fenster hilft mir auch nicht wirklich weiter. Kurz oder lang? - Ok, ich geh’ erstmal fruehstuecken, dann ein kurzer Gang draussen an der frischen Luft… und mal sehen, wie sich das Wetter anfuehlt.
Ich fruehstuecke, wie auch sonst an Tagen mit morgendlichem Lauf, etwas Weissbrot mit Frischkaese und Honig. Das liegt nicht schwer im Magen und ich kann’s gut in kurzer Zeit verdauen. Dazu trinke ich etwas Fruechte-Tee.
Nun geh’ ich fuer ein paar Schritte raus und stelle mich beim Ziel auf und mache ein Selbstausloeser-Bild:

Beim Start ist auch noch nichts los:

Nun aber: wieder rein, noch etwas Ruhe, Klamotten anziehen, Sachen packen und in eins unser “Dusch”zimmer bringen (damit wir uns nach dem Lauf noch alle duschen koennen, duerfen wir 4 Zimmer im Hotel laenger behalten - natuerlich muss da nun auch unser ganzes Gepaeck rein).
Ich entscheide mich fuer kurze Tights (und zwar meine aeltesten Radhosen, die ich um das Sitzpolster erleichtert habe) und ein langes, duennes Oberteil sowie das hellblaue AK Sljeme Traegershirt. Die Nike-Schuhe werden mich begleiten, die sind noch ganz frisch aber dennoch schon gut eingelaufen und angenehm weich fuer den 42,195km-Asphalt-Trip.
15 min lang laufe ich zusammen mit Pinky locker ein, dann nochmal auf Toilette und es geht zu Start. Es werden noch ein paar Fotos gemacht und schon geht’s los, ganz locker geht’s los. Ein wildes ChampionChip-Gepiepse begruesst und verabschiedet mich an der Startlinie. Nun bin ich angekommen am Ziel und schon mittendrin. Die ersten Meter (bis km 5) sind nicht so angenehm, vielleicht bin ich noch nicht richtig warm oder vielleicht liegts auch daran, dass ich in letzter Zeit nicht so sehr viele Einheiten auf Asphalt hatte. Ich laufe bei lockeren 4:50Min/km und bin sehr vorsichtig, zumindest auf der ersten Haelfte.
Kurz nach der Halbmarathonmarke schliesse ich auf Veronika und Robi auf und trabe vorbei, ich laufe nun etwas schneller, ca. 4:40/km. Es laeuft prima, ich fuehle mich gut, die Versorgung an der Strecke ist ok. Es gibt alle 2,5 km im Wechsel nasse Schwaemme und dann Getraenke/Kekse/Bananen. Die Kekse sind prima.
Ich geniesse nun jeden Meter und kann leicht an 60-70 Laeufern vorbeiziehen auf der zweiten Haelfte. Kilometermarke fuer Kilometermarke lasse ich links oder rechts - je nachdem - liegen 28… 29… 30… 31… 32… … 36… 37…
Nun sind es noch 5km und ich lege nach, ich laufe nun bei 4:25/km; ich steigere weiter und laufe den letzten Kilometer mit 4:03. Auf den letzten Metern begleiten mich Anfeuerungsrufe unserer Halbmarathonis… im Ziel gleich Umarmung und ein grinsender Bodo - das krieg ich auch einige Zeit nicht mehr weg
Nun isses gemacht und geschafft… so geht das also… Mann mit dem Hammer? Der hat sich offensichtlich um andere gekuemmert. Mit einer Top-Vorbereitung in den Wintermonaten kann eigentlich nichts passieren. Meine Prognose fuer den Bonn-Marathon: 10-12 Minuten werde ich schneller sein koennen, wenn die aeusseren Bedingungen aehnlich gut sind: das waeren dann 3:05-3:07. Ich haette vor dem Winter nicht gedacht, dass ich meinem langfristigen Ziel (einmal einen Marathon sub 3 zu laufen) schon in Kuerze so nah sein werde. Damals dachte ich fuer Bonn an 3:30.
So, nun warten in der Verpflegungszone Tee, Bananen und der Massagedienst auf mich… danach noch Duschen und dann geht’s wieder nach Hause.
Die Urkunde:

Die Medaille:
Ergebnisliste: liste.pdf
Statistik
Distanz: 42,195 km
Dauer: 3:17:49 (netto)
avrgHF: 152
Platz: 103 von 489
Herzfrequenz und Tempo
